Gute Stöberhunde bilden eine Hundemeute

Dafür setze ich mich ein

Nach meiner Beobachtung sind heute viele Jagdhunderassen, die nach den Regeln eines  VDH/JGHV-Mitgliedsvereins gezüchtet werden an den Bedarf der Käufer angepasst oder werden gar als Modehund in die Hände von Nichtjägern abgegeben. Zu den Beweggründen möchte ich mich nicht weiter äußern. Unter dieser Entwicklung leidet die Gesundheit, die Anlagen, die jagdliche Brauchbarkeit, der ganze Hund und letztlich die Jagd als solches. Denn zur Jagd ist der brauchbare und gut ausgebildete Hund ein Muss!

Der Beruf meiner Hunde ist im Sommer das Stöbern im Mais und im Winter in Dickungen bei einer Virlzahl von Drückjagden - vor allem dort, wo es dicht wird. Es sind echte Stöberhunde und sie werden zur Meutejagd eingesetzt.

Als Führer einer Stöberhundmeute sind wir Dienstleister der Jagdpächter, Berufsjäger und Eigenjagdinhaber, die uns zu dieser Aufgabe buchen. Dabei zählt nur und ganz ausschließlich die Leistung bei der Meutejagd.

Über die Jahre wuchsen meine Erfahrungen über Rassen, die Art und die Anzahl der Hunde.

Inzwischen führe ich eine vergleichsweise kleine Meute, die sich derzeit aus Terriern unterschiedlicher Größe einem Brackenmix und einem Deutsch Drahthaar zusammensetzt und ich plane den weiteren Ausbau.

Als Meuteführer stehe ich durchaus in der Kritik traditionsgebundener Jäger - vor denen ich in Teilen den höchsten Respekt habe! Kritik deshalb, weil ein erheblicher Anteil meiner Hunde nicht nach den Regeln eines VDH/JGHV-Mitgliedsvereins gezüchtet wurden. Bei der Suche nach "meinen" Hunden wurde ich unter anderem bei den Heideterriern fündig. Sie sind äußerst robust, führig, gesund, jagen spurlaut und haben eine Größe, mit der sie in jedem Gelände der Jagd auf Schwarzwild gerecht werden. Die Größe ist auch ein Argument, wenn es um die Haltung und den Transport geht. Doch Heideterrier haben einen kleinen Nachteil: Sie sind nicht nach den Regeln eines VDH/JGHV-Mitgliedsvereins gezüchtet.

 


Ich setze mich für die Beurteilung der Hunde nach deren Leistung ein. Es kann bei der Leistungsbeurteilung nicht um Monopolstellung oder Gesellschaftspolitik gehen! Ein Rassehundstandard eines VDH/JGHV-Mitgliedsvereins legt fest, welcher Hund in die Zucht darf und welcher nicht! Interessanterweise steht die Frage der Leistung der Aspiranten für die Zucht bei dieser Selektion aus meiner Sicht nicht im Zentrum aller Beurteilungen - auch nicht bei den Jagdhundrassen. Es ist die Form, das Haar, der Zahnstatus, die Größe, die im Wesentlichen für die Freigabe zur Zucht entscheidend sind. Hier muss alles passen. Bei der Leistungsbeurteilung gibt es hingegen große Spielräume - sehr große. Das Ergebnis ist, dass inzwischen etliche Vertreter ehemals leistungsstarker und großartiger Rassen bestenfalls noch ein Schatten Ihrer selbst sind. Aber sie entsprechen dem Standard und werden nachgefragt.

Bei Meutehundzüchtern sehe ich die Tendenz so, dass im Wesentlichen die Leistung bei der Meutejagd zählt. Egal ob es sich dabei um Heideterrier oder andere Stöberhunde - auch Kreuzungen handelt. Das bedeutet, dass die Trefferquote bei der Auswahl der Stöberhunde für die Meute höher ist.

 

Ich setze mich ein, für eine bedingungslose Anerkennung der jagdlichen Leistung eines Hundes entsprechend seinem Einsatzzweck, unabhängig von seiner Abstammung.


Stöberhunde einer Drückjagdmeute jagen gezielt Schwarzwild